28.3. Demo in Frankfurt am Main

Auf der Demonstration am 28.3 2009 (Wir zahlen nicht für eure Krise) in Frankfurt am Main gab es nicht nur den antinationalen/antikapitalistischen Block von der Bockenheimer Warte. Der antikapitalistische / antimilitaristische Block (Krise – ist Kapitalismus – heißt Krieg. Für die soziale Revolution) lief an der an der Spitze des Zuges vom Hauptbahnof aus. Im folgenden ein Redebeitrag während der Demonstration bei einem kurzen Zwischenstopp bei der Commerzbank und einer Postfiliale.

Papp-Panzer Demo Frankfurt am Main
Quelle: http://de.indymedia.org/2009/03/245659.shtml

In dem Zusammenhang der nachfolgenden Rede und dem Block ging später auf dem Römer ein Panzer(-nachbau), verziert mit den Logos der Commerzbank und der Posttochter DHL, die sich zur „Deutschen Heereslogistik“ mausert, während der Rede Oskar Lafontaines in Flammen auf. Er brannte bis auf sein inneres Gerippe, einen Einkaufswagen, nieder.

Was die FAZ am Sonntag (29.3.2009) zu der Anmerkung veranlasste, dass ein Einkaufswagen abgebrannt worden wäre. Das ist der antimilitaristischen Bewegung allerdings ein viel zu schwaches Symbol für den Kapitalismus, der sich zwar auch im Konsum ausdrückt, aber die Ausbeutung, Reproduktionsbedingungen, soziale Frage … allenfalls indirekt aufzeigt. Die in einem weiten Kreis, um das brennende und damit abgerüstete militärische Statussymbol (-Panzer-) herumstehenden Demonstrierenden skandierten lauthals Parolen wie :
„Deutsche Waffen, deutsches Geld – morden mit in aller Welt!“, „Kapitalismus – das hatten wir schon- für die soziale Revolution!“, „Hoch die internationale Solidarität!“

Panzer brennt

Redebeitrag
Wir laufen hier an einer der unzähligen Filialen und Gebäude der Commerzbank in Frankfurt vorbei. Eigentlich sollte dieser Beitrag vor ihrem Hauptsitz, Luftlinie wenige Meter von hier, gehalten werden – doch das sollte nicht sein. Aus gutem Grund.

Die Commerzbank ist unter den Konzernen führend bei der Verankerung von Krieg – in der Gesellschaft. Dazu organisiert sie seit 2007 jährlich ein Treffen – den CELLER TRIALOG. Im Celler Trialog werden die Ausbeutungs- und Machtinteressen des deutschen Finanz- und Industriekapitals auf den Begriff gebracht. Dafür sucht die Commerzbank den Schulterschluss mit den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Eliten. Sie nennen das zivil-militärische Zusammenarbeit.

Eine Leitidee, die seit einigen Jahren in den USA, der NATO und in der EU forciert wird. Dahinter steckt die Erkenntnis, rein militärisch ihre Interessen nicht sichern zu können --- vor allem aber die Bildung eines militärisch-ökonomischen Komplexes, der sich zusehends in die Lage versetzt, weltweit Besatzungsregime zu errichten. Die wenigen Wohlstandsregionen der Welt sichern sich überall Macht und Einfluss zur Ausbeutung.
Ein zentrales Beispiel dafür ist der imperialistische Krieg, der seit 7 1/2 Jahren in Afghanistan wütet. Hier geht es in erster Linie um die strategische Lage des bitterarmen Landes zwischen rohstoffreichen Ländern.
Genau für solche Kriege wird die Bundeswehr aufgebaut, ausgerüstet und weltweit einsatzfähig gemacht – im Rahmen von EU und Nato. Gegen diesen Nato-Krieg steht z.B. die Blockade des Khyber-Passes, eine Nato-Nachschubroute zwischen Pakistan und Afghanistan. Dort gehen die Militärtransporter zuhauf in Flammen auf.

Überall gibt es unzählige widerständige Aktionen gegen die kapitalistische Ausbeutung und militärische Unterdrückung.

Die antimilitaristische Bewegung organisiert die Demonstrationen und Blockaden, die ab 1. April und dem folgenden Wochenende in Strasbourg (und in Istanbul) gegen den Gipfel des Kriegsbündnisses Nato stattfinden werden. Beteiligen wir uns!

Es gibt europaweit antirassistische Aktionen gegen die mörderische Abschiebeagentur FRONTEX, die zudem an den Binnen- und Aussengrenzen sowie in den Nachbarländern Lagerregime errichtet. Wir sagen: Kein Mensch ist illegal!

Es gibt bundesweite Aktionen, um die zivil-militärische Zusammenarbeit in den Universitäten öffentlich zu machen. Auch hier ist Commerzbank vertreten. Die antimilitaristische Bewegung denunziert dort die Kriegsforschung und Aufstandsbekämpfung.

In der Mobilisierung gegen das 60-jährige Jubiläum der Nato hat das No-Nato-Rhein-Main Aktionskomitee verschiedene antimilitaristische und antikapitalistische Aktionen organisiert. Sie richteten sich gegen Krisen- und Kriegsgewinnler, wie die Posttochter DHL und die Commerzbank. Deren Rolle wird ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt.

Zudem gab es bundesweit antimilitaristische Aktionen gegen den sog. Heimatschutz in den Rathäusern. Das ist die zivil-militärische Zusammenarbeit (genauer Aufstandsbekämpfung) im lokalen Bereich. Jede zivile Behörde hat seit 2007 ein militärisches Pendant. Das organisieren Reservisten der Bundeswehr, die ihre Karriere in der Politik und Wirtschaft fortgeführt haben. Auch hier ist die Commerzbank direkt vertreten.

Außerdem wurde sich an den Aktionen gegen die Präsenz der Bundeswehr in Arbeitsagenturen, auf Messen, in Schulen usw. beteiligt. Die Bundeswehr hat nur MORDsjobs. Bundeswehr wegtreten!

Die Militarisierung der Gesellschaft fordert uns auf, in Zeiten von Krieg und Krise widerständig zu sein. Profit und Krieg sind eine enge Allianz – in der Krise noch stärker. Let´s make Nato history !! So wie es ist, bleibt es nicht.

Noch einen kurzen Ausflug zu dem Thema dieser Demonstration und den Billionen, Milliarden und Millionen, die uns seit der Krise um die Ohren fliegen. Im gleichen Moment, wo die Regierung 18,2 Milliarden Euro in die Commerzbank versenkte, wäre der ganze Laden für weniger als 5 Milliarden erhältlich gewesen. Noch deutlicher wird das bei der Hypo Real Estate. Mehr als 100 Milliarden Euro sind in dieser Bank schon verschwunden. Ihre Börsennotierung beträgt gerade noch 180 Millionen. In Zeiten der Krise und Abwrackprämien sind die Bewertungen an der Börse von Commerzbank und Co. wahre Superabwrackprämien fürs Großkapital. Die Privatisierung der Gewinne und die Vergesellschaftung der Schulden ist die Grundlage des Kapitalismus. Deswegen kann es keinen Frieden geben mit dem kapitalistischen Normalzustand. Ein Zustand, der einigen Wohlstand und vielen Elend beschert.

Wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen, erscheint am Horizont die Möglichkeit, den Kapitalismus weltweit zu überwinden.

Let´s make capitalism history !!!

Panzer raucht nach vergeblichem Löschversuch